Straßenfußball, Inklusion & Lernen in FLG-Schulen in Bariloche und Umgebung

20-10-2011

04-07-2012 | Seit mehreren Jahren entwickelt Cre-Arte gemeinsam mit Schulen aus Bariloche und umliegenden Dörfern schulspezifische Lernräume über die Methode Straßenfußball. An drei Schulen der Region, zwei im Stadtgebiet Bariloche und eine in El Bolson, verknüpft Cre-Arte nun den Bildungsansatz Straßenfußball mit dem Thema Kinderrechte sowie mit Elementen aus Artistik und Theater.
Über den spielerischen Ansatz und das Konzept des Mediators werden dabei Inhalte zum „Recht zu Spielen, zur freien Meinungsäußerung und zu Identität“ erarbeitet. In den Schulen werden die Workshops gemeinsam mit erfahrenen Straßenfußball-Mediatoren aus dem Cre-Arte-Zentrum für Erwachsene mit Behinderung durchgeführt.

Internationales Youth-Leader-Treffen an der Grundschule am Insulaner in Berlin

14.06.2012

14. Juni 2012 | Am Donnerstag, den 13. Juni führte steuerte das aktuell bei KICKFAIR arbeitende Team aus internationalen Südexperten (s. voriger Bericht) die Grundschule am Insulaner in Berlin am. Gemeinsam mit KICKFAIR hatte diese das internationale Youth-Leader-Treffen geplant, bei dem die Südexperten mit Jugendlichen und Lehrkräften verschiedener Schulen aus ganz Deutschland zusammen kamen. Zentraler Inhalt des Treffens war die gemeinsame Konzeption und Planung einer weltweiten Straßenfußball Staffel, an der weltweit Jugendlichen und Schulen aus dem Fußball-Lernen-Global – Netzwerk teilnehmen.
Nachdem zunächst alle unterschiedlichen Teilnehmenden ihr Arbeit und ihre Erfahrungen mit Straßenfußball vorgestellt hatten, teilte sich die Gruppe in gemischte Kleingruppen auf und entwickelte mögliche Themen für das geplante Event. Am Ende wurden alle Ideen zusammengebracht, gemeinsam diskutiert und das weitere Vorgehen besprochen. Als Ziel wurde festgesetzt, sich in den nächsten Wochen weiterhin mit der Planung zu beschäftigen, über Facebook in Kontakt zu bleiben und die Schulen und Projekte, die bei diesem Treffen nicht dabei sein konnten, ins Boot zu holen.

Die Südexperten Carlos, Moises und Gilbert stellen sich vor

Seit Anfang Juni sind Moises aus Chile, Carlos aus Paraguay und Gilbert aus Ruanda in Deutschland. Sie realisieren für zwei Monate einen Austauschaufenthalt bei KICKFAIR. Als Südexperten führen sie an FLG-Schulen in ganz Deutschland Workshops zu Straßenfußball und Globalem Lernen durch.

web_FLG_klein-moisesMein Name ist Moises Giusseppe Frigerio Huanquilen, ich bin 21 Jahre alt und der Älteste von sechs Geschwistern. Ich lebe im Stadtteil Pudahuel in Santiago de Chile und ich arbeite seit vier Jahren in der Straßenfußballorganisation Chigol. Angefangen habe ich als Spieler und inzwischen bin ich Teamer im Viertel Cerro Navia, einem Nachbarviertel zu meinem Wohnort. Ich arbeite vor allem in Vororten und Schulen. Ich kann immer wieder bei den Jugendlichen sehen, wie wichtig unsere Arbeit und die Entwicklung sozialer und perösnlicher Kompetenzen ist und dass die Jugendlichen lernen, ihre Mitmenschen zu respektieren und das Leben zu schätzen. Daher nehme ich immer wieder meine Motivation.

web_FLG_klein_carlosHallo, ich bin Carlos aus Pa’i Puku- CDI- Paraguay. Ich lebe in der Region Chaco in einer Schule, die Pa’i Puku heißt. Hier lernte ich das Projekt Partidí (Straßenfußball) kennen. Über diese Methode haben Jungen und Mädchen die Möglichkeit auszudrücken was sie fühlen und ihre Gedanken zu teilen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Heute arbeite ich in diesem Projekt hier als Teamer mit Jugendlichen und Kindern. Wir versuchen über den Fußball Werte zu entwickeln und diese Werte auch im Alltag für ein besseres Zusammenleben umzusetzen.

web_FLG_klein_cilbertHallo, ich bin Gilbert Ndayambaje und ich bin 28 Jahre alt und ich komme aus Ruanda. Ich habe gerade mein Jurastudium abgeschlossen und würde gerne einen Master machen. Ich arbeite seit 2004 bei Espérance. Mein erstes Projekt nannte sich Jeux de Vacances (Ferienspiele).
Hier war ich mit der Organisation von Turnieren und traditionellen Spielen aus Ruanda beauftragt. In den letzten sieben Jahren nahm ich als Assistent an verschiedenen Projekten teil, wie beispielsweise bei Friedensturnieren im Rahmen von Football for Hope. Zusätzlich organisierte und führte ich Trainings für unsere Volontäre durch. Eine ganz besondere Erfahrung war für mich ein Projekt in Südafrika (Sport for social change), an dem ich erfolgreich unsere besondere Methode des Forumtheater einbringen konnte. Durch meine Aufenthalte in Ländern wie Deutschland und Brasilien lernte ich viel über andere Kulturen und Lebensweisen. Solche Erfahrungen, die man durch diese Arbeit macht, helfen einem auch im späteren Leben weiter.

Street Football beats Racism – Parallele Projektwoche in Teltow und Santiago de Chile zum Thema Rassismus und Fußball

04.04.2012

04. April 2012 | Am 3. April setzten die Schülerinnen und Schüler der Mühlendorf Oberschule in Teltow mit einem Straßenfußballturnier ein Zeichen gegen Rassismus. Das Turnier bildete den Abschluss einer Projektwoche, die parallel an der Teltower Schule und an deren Partnerschule Colegio Instituto Teresiana in Santiago de Chile stattgefunden hatte. In dieser Woche hatten sich die Jugendlichen beider Länder mit Diskriminierung und Rassismus auseinandergesetzt. Was genau ist eigentlich Rassismus? Spielt Rassismus in unserer Schule eine Rolle? Was habe ich damit zu tun und was kann ich dagegen tun?

Zudem setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Rassismus im Fußball auseinander. Sie sahen sich Interviews mit Profifußballern und -fußballerinnen und Aktionen gegen Rassismus genauer an und verschafften sich einen Überblick über verschiedene Handlungsmöglichkeiten.

Daraus sammelte die Gruppe an der Mühlendorf Oberschule Ideen, wie das Straßenfußballturnier als Plattform für ein Engagement gegen Rassismus genutzt werden kann. Sie fasste den Plan, das Thema durch eine entsprechende Musikauswahl und einen Slogan während des Turniers sichtbar zu machen. Den Abschluss der Vorbereitungsphase bildete ein Graffitiworkshop, bei dem die Schülerinnen und Schüler ein acht Quadratmeter großes Bild mit dem Schriftzug „No Racism on our streets“ und selbst entworfenen Comicfiguren gestalteten.

Internationale Lernkooperation – parallele Projektwochen in São Bento und Wulfen

web_FLG_projektwoche_Brasilien

02. April 2012 | 45 Schülerinnen und Schüler aus der Schule CEMP in São Bento in Brasilien und der Gesamtschule Wulfen in Deutschland haben sich in einer parallel stattfindenden Projektwoche vom 26. bis zum 30. März über ihre Erfahrungen im Straßenfußball und ihre Perspektiven ausgetauscht. Dabei ging es zunächst um die Auseinandersetzung mit bestehende Stereotypen im Hinblick auf das eigene sowie das andere Land. In einem Live-Meeting über Skype stellten sich die Schülerinnen und Schüler dann gegenseitig die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung vor. In der anschließenden Diskussion über Perspektiven und Klischees reflektierten die Jugendlichen ihre Bilder über die jeweils anderen und den jeweils eigenen Kontext.

Ein intensiver Austausch fand auch über die jeweiligen Erfahrungen in der Arbeit mit Straßenfußball statt. In Wulfen erarbeiten die Jugendlichen, wie ihre bisherigen schulinternen Erfahrungen mit Straßenfußball durch sozial-politisches Engagement stärker in die Kommune einfließen können.

Als Vorbild dient ihnen das Engagement der brasilianischen Jugendlichen für ihre Kommune in ihrem Jugendforum in São Bento, das seit 9 Jahren von Formação begleitet wird. Auf der anderen Seite profitierte Schülergruppe in São Bento von den vielfältigen Erfahrungen rund um den Bildungsansatz Straßenfußball, den die Schüler und Schülerinnen in Wulfen für die Gestaltung eines fairen und respektvollen Zusammenlebens an der Schule nutzen. Um einen kontinuierlichen Austausch zu ermöglichen, entwickelten die Jugendlichen zudem gemeinsam Ideen, wie sie miteinander kommunizieren können. Hierzu soll ein gemeinsamer Blog und eine interne Facebook-Gruppen eingerichtet und regelmäßig Skype-Konferenzen vereinbart werden.

Die Lernpartnerschaft zwischen dem CEMP (Centro de Ensino Médio e Educação Profissional und der Gesamtschule Wulfen wurde Anfang 2011 initiiert und von Formação und KICKFAIR eng begleitet.

30-09-2012

Gemeinsam „Über den Spielfeldrand hinaus“ schauen

15.03.2012

15. März 2012 | Schulen in ganz Deutschland nutzen erfolgreich das von KICKFAIR entwickelte Bildungskonzept Straßenfußball für vielfältige Maßnahmen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und entwickeln zusammen mit KICKFAIR den Ansatz kontinuierlich weiter. Mit finanzieller Unterstützung des BMZ soll nunmehr unter dem Titel “Über den Spielfeldrand hinaus” in den nächsten 3 Jahren (2012-2014) ein Modell entwicklungspolitischer Bildungsarbeit entwickelt und umgesetzt werden, in dem die Auseinandersetzung mit Themen Globalen Lernens nicht einseitig in Deutschland und aus der Perspektive des „Nordens“ geschieht, sondern in einem fortlaufenden Dialog und Austausch über Perspektiven, Sichtweisen, Gedanken und Visionen mit Jugendlichen aus der ganzen Welt.

In der Umsetzung wird dabei an Ausgangspunkte angeknüpft, die im Rahmen des Projektes „Fußball verbindet“ erfolgreich geschaffen wurden:
-> Das mit Partner-NGOs aus der ganzen Welt entwickelte und gemeinsam betreute weltweite Netzwerk aus Schulen, die alle über den Straßenfußball im Bereich soziales und globales Lernen arbeiten

-> Modellhaft erprobte Lernformen des internationalen Austauschs wie in verschiedenen Ländern parallel stattfindende Projektwochen zu globalem Lernen, die Entwicklung gemeinsamer Lernprojekte zu bestimmten Themen im Rahmen von Schulpartnerschaften, synchron stattfindende schulinterne oder kommunale Veranstaltungen, weltweite Auseinandersetzung und Austausch zu globalen Fragestellungen durch den parallelen Einsatz von didaktischen Materialien
-> Gemeinsam entwickelte Unterrichtsmaterialen die über persönliche Geschichten verschiedene Themenfelder globalen Lernens (z.B. internationale Zusammenarbeit und Globalisierung, soziale Ungleichheit, Menschenrechte, Gleichstellung, Krieg und Konflikte, etc.) eröffnen und so die Erfahrungen, Sichtweisen und verschiedenen Perspektiven von Schüler und Schülerinnen weltweit in eine Dialog bringen.

“Über den Spielfeldrand hinaus” ist eingebettet in das weltweite Programm Fußball – Lernen – Global und wird fortlaufend auf der Internetplattform www.fussball-lernen-global.org dokumentiert und dargestellt.

KICKFAIR von UNAOC und BMW Group mit dem Intercultural Innovation Award ausgezeichnet

19-12-2011

19. Dezember 2011 | KICKFAIR wurde vergangene Woche in der Hauptstadt von Katar für seinen Bildungsansatz der interkulturellen und globalen Lernens
mit dem Intercultural Innovation Award der United Nations Alliance of Civilizations (UNAOC) und BMW Group prämiert.
Für den Preis hatten sich mehr als 400 Projekte aus 70 Ländern beworben. Die nach Urteil einer international besetzten Expertengruppe 10 innovativsten Ansätze für interkulturelles Lernen wurden zur Präsentation und Feier nach Doha eingeladen, an der auch UN Generalsekretär Ban Ki-moon teilnahm. Die Vereinten Nationen und die BMW Group würdigen mit dieser Auszeichnung Organisationen, die sich durch neue Ansätze um interkulturelles Miteinander verdient machen.

KICKFAIR wurde unter anderem für den bundesweiten und weltweiten Einsatz des von KICKFAIR und dem Institut für Friedenspädagogik Tübingen entwickelten Unterrichtsmaterials „Mit dem Ball durchs Leben“ ausgezeichnet.

Das Material stellt reale Biografien von jungen Frauen und Mädchen vor und eröffnet Jugendlichen so den authentischen Zugang zu unterschiedlichen Lebenswelten, sozialen Kontexten, Kulturen und politischen Fragestellungen.
Mit dem Material hat KICKFAIR Workshops an Schulen in ganz Deutschland durchgeführt. Beim internationalen KICKFAIR- Festival „Mit dem Ball durchs Leben“ hatten sich vergangenen Juli Jugendliche aus der ganzen Welt über die Biographien ausgetauscht und eine gemeinsame Vision für ein friedliches Zusammenleben entwickelt. Im Rahmen des von KICKFAIR und seinen internationalen Partnern aufgebauten globalen Schulnetzwerkes „Fußball – Lernen – Global“ wurde das Material bereits weltweit genutzt. Der Austausch zwischen Jugendlichen weltweit, die sich mit den Biographien auseinandersetzen, soll in Zukunft noch weiter ausgebaut und intensiviert werden.

→ Link Medienpaket “Mit dem Ball durchs Leben”

Vidas Paralelas – Workshops in Paraguay

06-11-2011

06. November 2011 | Zwischen dem 21. und dem 30. Oktober realisierte das CDI in direkter Zusammenarbeit mit Cre-Arte, CHIGOL und KICKFAIR in Paraguay eine Workshop-Reihe mit dem Titel „Vidas paralelas“. Darin verglichen die Schülerinnen und Schüler ihre Lebenswelt mit der von Jugendlichen in Argentinien, Chile und Deutschland. Ausgangspunkt waren Fragen zum Straßenfußball und zum Leben allgemein, die die Jugendlichen der anderen Länder bereits in vorangegangenen Workshops beantwortet hatten. Über 400 Kinder und Jugendliche der Schule Pa’i Puku in der Region Chaco Paraguayo setzten sich mir deren Antworten auseinander und verglichen sie mit ihren eigenen Ideen und ihrem eigenen Leben.
Die Workshops wurden im Rahmen des ASA-Programms ermöglicht. Die durch das Programm geförderten Stipendiaten Fabian, Jorge, Ezequiel und Thorsten hatten das Workshopkonzept „Vidas Paralelas“während ihres ASA-Aufenthaltes in Deutschland entwickelt und dort an Schulen umgesetzt. Mit Unterstützung durch das ASA-Programm hatten sie dann die Möglichkeit, ihre Arbeit mit den Workshops gemeinsam in Paraguay fortzusetzen.

Interviews zum weltweiten Einsatz von “Mit dem Ball durchs Leben”

21. Oktober 2011 | Das Unterrichtsmaterial “Mit dem Ball durchs Leben” wurde nicht nur an Schulen in Deutschland, sondern auch schon weltweit eingesetzt. Der folgende Film enthält Interviews mit Lehrern, Schülern und den internationalen Partnern des Projekter über ihre Arbeit mit den Biographien.
Gemeinsames Ziel von KICKFAIR und seinen Partnern ist es, das Material weiterhin für globales Lernen zu nutzen und darüber auch den inhaltlichen Austausch zwischen Jugendlicher der verschiedenen Ländern zu fördern.

Zweite Projektphase „Fußball, Lernen und Inklusion“ bei Cre-Arte gestartet

20. Oktober 2011 | Anfang September wurde bei Cre-Arte der zweite Teil des Projektes Fußball, Lernen und Inklusion gestartet. Bei dem Projekt, das an Grundschulen in Bariloche und Umgebung durchgeführt wird, beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler kreativ und künstlerisch mit dem Thema der Rechte der Kinder.

Die so genannte „dritte Halbzeit“ des Straßenfußballs wird dabei für das kreative inhaltliche Arbeiten genutzt. In der ersten künstlerischen Einheit zum Thema “Ich und meine Welt” drücken die Schülerinnen und Schüler in Gemälden aus, wie wohl eine Welt aussehen würde, die sie sich wünschen würden.

Anschließend werden zentrale Begriffe herausgegriffen und weiter künstlerisch von den Jugendlichen bearbeitet. In der dritten Einheit arbeiteten die Schülerinnen und Schüler dann am Thema “Recht auf Spielen”. Zu Beginn der Reflexion in der dritten Halbzeit, wird zunächst über die UN-Kovention der Kinderrechte gesprochen, bevor sich die Schülerinnen und Schüler in Form eines Gemäldes oder Plakats mit dem Thema auseinandersetzen.